Der ECR-R (Experiences in Close Relationships-Revised, also die überarbeitete Fassung von „Erfahrungen in engen Beziehungen“) ist ein Selbstbeurteilungsfragebogen: Du schätzt ein, wie gut Aussagen über enge Beziehungen auf dich zutreffen. Vorgestellt wurde der Fragebogen von R. Chris Fraley, Niels G. Waller und Kelly A. Brennan in einem Artikel aus dem Jahr 2000 (Fraley et al., 2000). Chris Fraley, der Erstautor, betreut eine Seite zum Fragebogen mit den Aussagen, dem Auswertungsschlüssel und den Vergleichswerten.
Der Vorgänger, der ECR, erschien 1998. Brennan, Clark und Shaver sammelten 323 Aussagen aus den damaligen Bindungsfragebögen und zeigten, dass ihnen zwei eigenständige Dimensionen zugrunde liegen: Angst und Vermeidung (Brennan et al., 1998). Zwei Jahre später wählte das Team um Fraley die Aussagen mithilfe der Item-Response-Theorie (IRT) neu aus, damit die Skalen Menschen genauer unterscheiden. Dafür steht das R: revised, also überarbeitet.
Die Grundidee beider Fragebögen: Bindung im Erwachsenenalter ist ein Punkt auf zwei Achsen, kein Etikett. Später wurde das direkt überprüft: Eine taxometrische Analyse zweier großer Stichproben kam zu dem Schluss, dass sich Bindung bei Erwachsenen besser durch kontinuierliche Dimensionen beschreiben lässt als durch getrennte Typen (Fraley et al., 2015).